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Der Cowboy Stiefel
Wer trägt ihn eigentlich - von den einen mild belächelt, von den
anderen als kultiges Schuhwerk mit Image verehrt, macht sich der Otto-Normal-Verbraucher
so seine Gedanken, welchem Lager er vertrauen soll.
Und die Schuhindustrie? Sie lässt den spitzen Stiefel regelmässig
wie Phoenix aus der Asche wieder auferstehen und pumpt die Ladenregale voll.
Aber kann man dem trauen oder wird man beim Tragen doch sofort Opfer eines
Manta Witzes?
Egal, wir verehren Ihn den Cowboy Stiefel.
Woher kommt der Schuh eigentlich, wer hat ihn erfunden und wichtig: welche
image-trächtigen Zeitgenossen tragen ihn heute?
Nachdem der amerikanische Bürgerkrieg geende hatte, begann die Ära
der Cowboys, jener Männer, die die bis dato mehr oder weniger regionalen
Vieherden über hunderte von Meilen an Ihren Bestimmungsort brachten.
Viele der Männer waren ehemalige Soldaten, die nun als Cowboy ihren Lebensunterhalt
verdienten. So war es naheliegend, dass auch ihre Kleidung und ihr Schuhwerk
aus Armeezeiten resultierte. So waren die Stiefel mit ihrer Form nicht optimal
zum Reiten geeignet, vorne zu breit und der Absatz zu flach. Der unbewusste
Schrei nach dem Cowboy Stiefel, der die meiste Zeit seines Daseins zu Pferde
verbringen sollte -oder im Saloon- war ausgestossen.
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Die Firmen-Geschichte des Schustergeschäftes erzählt von einem
unbekannten Cowboy, der unzufrieden mit seinen bisherigen Stiefeln eines Tages
zu Charles ins Geschäft kam und sich Mass-Stiefel mit einer bis dahin
unbekannten Form anfertigen lassen wollte. Sie sollten vorne spitz zulaufen,
damit man schnell und einfach in den Steigbügel rutschen konnte. Der
Absatz sollte höher gezogen werden, damit man sich im Steigbügel
verankern konnte.
Charles befand die Idee für gut und so entstand das der Geschichte nach
erste Paar echter Cowboy-Stiefel. Der unbekannte Cowboy sorgte für die
notwendige Mundpropaganda und die Nachfrage stieg.
1880 entschieden sich Charles und Edward, sich auf die Boot-Herstellung zu
spezialisieren und sie gründeten die später in die Geschichte eingehende
Firma 'Hyer's Boot Company'.
Die Brüder stellten vorwiegend Handwerker aus Deutschland, Schweden,
Polen und anderen nordeuropäischen Ländern ein.
Ab den 1890ern Jahren führte Charles die Firma dann alleine, nachdem
sein Bruder ausschied. Charles wollte seine Produktion noch weiter ausweiten
und begann im Westen herumzureisen, um seine Stiefel bekannter zu machen.
Auch führte er den Katalog-Versand für seine Ware ein. Kurz vor
seinem Tod im Jahre 1921 erreichte die Produktion ca. 15.000 Paar Stiefel
pro Jahr. Seine Söhne führten den Betrieb bis 1977 fort - längst
war der Name Hyer schon zu einer Legende geworden.
1977 wurde verkauft an die Ben Miller Company in El Paso, Texas. Den Geist
der alten Tage aber will die Olathe Boot Company weiterleben lassen, die
einige der ehemaligen Hyer Handwerker einstellte und heute noch im Geschäft
ist.

Bekannte Namen wie Buffalo Bill Cody, Clark Gable, Gene Autrey,
Will Rogers, Ken Maynard und U. S. Präsidenten wie Teddy Roosevelt
und Calvin Coolidge und Dwight Eisenhower trugen Hyer-Stiefel.
Heute sind es Stars der Movie- und Pop-Welt wie Madonna, 'The Boss"
- Bruce Springsteen und Arnold Schwarzenegger, die den Western-Look in Windeseile
retour bringen. Aber auch Politiker wie Clinton, Reagan und Bush zeigen
Leadership in Sachen spitzer Fussbekleidung.
Der Cowboy Stiefel ist heute natürlich in allen Höhen und Lederarten
zu bekommen. Schlangenleder muss es wirklich nicht sein, absetzen vom Normalbürger
kann man sich mit aufwendig eingenähten Mustern - nur: wer toppen will,
sollte schon 'Ostrich' Leder, also Straussenleder, wählen, die elitäre
Art Cowboy Stiefel, mit der man sich im Club der Ölbarone getrost sehen
lassen kann...
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