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Indianer

von paul.kolb am Freitag 14. September 2012, 14:50
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INDIANER NORDAMERIKAS

I. EINFÜHRUNG - ALLGEMEINES ÜBER DIE INDIANER

I.I. DIE HERKUNFT DER INDIANER
Vor etwa 30 000 Jahren betraten über die damals trockene Landbrücke der Beringstrasse das erste Mal Menschen den amerikanischen Kontinent. Bis zu diesem Zeitpunkt war gesamt Amerika nur von Tieren und Pflanzen bewohnt. Die ersten Einwanderer kamen von Sibirien und befanden sich wohl auf der Jagd nach Beutetieren, wie zum Beispiel dem Mammut, als sie den amerikanischen Kontinent betraten. Sie waren die Vorfahren der Indianer.
Durch nachwandernde Stämme und Sippen wurden diese ersten Einwander bald darauf verdrängt und wanderten weiter nach Osten und Süden ab. Kurz nachdem der gesamte Kontinent von Feuerland bis Alaska von Menschen besiedelt war, schmolzen während der letzten Eiszeit die Gletscher der Beringstraße und der Strom der Einwanderer riss ab.
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I.II. DIE SPRACHE DER INDIANER
An der Sprache der Indianer lässt sich einiges über dieses Volk sagen. Nämlich zunächst einmal, dass es eigentlich gar kein einheitliches Volk ist. Nach der Besiedlung des Kontinents bildeten sich im Laufe der Zeit größere Stämme heraus. Zu der Zeit, als Kolumbus Amerika entdeckte, gab es etwa eine Million Indianer. Da diese allerdings weit verstreut lebten, spricht man von keinem einheitlichen Volk. Die etwa 500 Stämme, die sich bis dahin entwickelt hatten, teilten sich nochmals in Sippen und Familien. Die Stämme konnten mehrere tausend Mann umfassen aber auch nur aus ein paar Dutzend Menschen bestehen.
Viele Stämme hatten eine eigene Sprache entwickelt. Dadurch wurde die Verständigung unter Angehörigen verschiedener Stömme zu Problem. Um diesem Missstand abzuhelfen wurde eine Zeichensprache entwickelt. Denn obwohl einige Sprachen untereinander verwandt waren, kann man zu Zeiten Kolumbus' von gut zweihundert Sprachen auf dem nordamerikanischen Kontinent sprechen. Diese liessen sich zwar in rund fünfzig Sprachfamilien (zum Beispiel Sioux und Algonkin) aufteilen, doch selbst innerhalb dieser Familien kam es vor, daß zwei Sprachen so unterschiedlich waren wie das Deutsche und das Russische. Auch konnte man keine Verbindung zu asiatischen Sprachen - und Asien war ja die Urheimat der Indianer - nachweisen.
Obwohl die indianischen Sprachen immer seltener gesprochen werden besitzen viele amerikanische Städte und Flüsse indianische Namen. So zum Beispiel Oklahoma, Ohio, Texas und Missouri.
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II. DER KAMPF UM DIE FREIHEIT
Die Einführung, die bei weitem nicht vollständig oder umfassend ist, diente hauptsächlich dazu, zwei Dinge klarzustellen. Nämlich, dass erstens - und obwohl das zwar oft gesagt wird, es scheinbar trotzdem keine Beachtung findet - die Indianer die eigentlichen, um nicht zu sagen rechtmässigen Amerikaner sind. Sie waren, als die ersten 'Weißen' begannen den Kontinent zu besiedeln, die Einzigen, deren Anspruch auf das Land legitim war und nicht wie der der Kolonisten die einen ganzen Konitent für sich beanspruchten (was zum Beispiel die Indianer nie getan haben) und dies auf eine Art begründeten, die beinahe an Gotteslästerung grenzt.
Der zweite Punkt, der durch die Einleitung hervorgehoben werden sollte, ist der, dass oft spekuliert wird, was geschehen wäre, wenn die Indianer "zusammengehalten" hätten. Da man aber durch die Verschiedenheit der Sprache, Sitten und Gebräuche nicht allgemein von den Indianern reden kann - und damit auch im militärischen Sinn nicht von Stämmen, die sich stets bekriegten, erwarten kann, daß sie sich plötzlich "zusammenraufen" - ist es nicht verwunderlich, dass bedeutende Koalitionen zwischen mehreren Stämmen nur selten zusammenkamen. Trotzdem gab es in dem langen Kampf der Indianer um Freiheit einige Ereignisse, die noch heute im Bewusstsein der selbsternannten Amerikaner sind, und von ihnen immer noch nicht verdaut wurden.

II.I. DER ERSTE KONTAKT
Schon der erste Kontakt zwischen den Weißen und den Indianern, ist bezeichnend für die Art der künftigen Konfrontationen. Er wiederlegt nämlich das Bild vom blutrünstigen Indianer, das einige Hollywood-Produktionen glauben machen wollen, und zeigt, daß die ersten Siedler von den Indianern im allgemeinen stets freundlich aufgenommen wurden. So halfen die Waldindianer des Nordostens, die als erste mit den Pilgervätern in Berührung kamen, dem weißen Mann in der Wildnis der schier undurchdringlichen Wälder zu überleben. Es ist eine berechtigte Frage, ob die Besiedlung des Kontinents so schnell stattgefunden hätte, wären die Vorfahren der späteren Kolonisten von den Ureinwohnern nicht so freundlich behandelt worden.
Doch das Talent der sogenannten Zivilisation es sich mit jedem ihm wohl gesonnen Volk zu versauen, machte auch vor dem Indianern nicht halt. Statt diesen Menschen dankbar zu sein, begannen sie systematisch die Ureinwohner zu verdrängen. Die erste Kolonie, von aus Glaubensgründen geflohenen(!) Protestanten und Puritanern gegründet, entstand um 1620. Man könnte meinen, dass gerade diese Menschen wissen müssten, was es heisst, aus der Heimat zu fliehen - oder vertrieben zu werden - doch scheinbar hatten sie es vergessen.
Das Resultat war, dass bereits wenige Jahre später ein verbitterter Kampf zwischen den Kolonisten und den Menschen entbrannte, die ihnen gezeigt hatten, wie man auf dem noch menschenfeindlichen Kontinent überlebt, wie man dort jagt und Mais und Bohnen anbaut. Doch ungeachtet dieser Verdienste begannen die Siedler weiter in die indianischen Jagdgründe einzudringen. Sie rodeten grosse Flächen Land wenn sie es brauchten und töteten maßlos Wild. Die Indianer, die anfangs bestürzt zusahen, begannen sich mit Gewalt zu widersetzten.
Schon zwei Jahre nach der Ankunft der ersten Pilgerväter, nämlich 1622, sahen sich die Indianer zu einem Rachefeldzug gegen die Siedler gezwungen. Dieser wurde von dem Algonkin-Häuptling Opechancanought geleitet, der mit seinen Kriegern Höfe und Plantagen der weißen Siedler überfiel und dabei 350 von ihnen tötete. Die Engländer schlugen zurück und es kam zu einem Krieg, der hunderte von Toten auf seiten der Kolonisten und Tausende auf der Seite der Indianer forderte. Bezeichnend war dieser Kampf nicht nur für den Anlass, sondern auch für den Ausgang. Wie so oft in künftigen Konfrontationen waren die Verlierer die Indianer. Opechancanought wurde getötet und sein Volk in Reservate gebracht. Dies waren Gegenden, die die Engländer den Indianern zuteilten (ist es nicht bemerkenswert, wie sich die Kolonisten schon nach wenigen Jahren erdreisten den rechtmäßigen Bewohnern des Kontinents Land zuzuteilen?) und die immer ungünstiger im Bezug auf landwirtschaftliche Gesichtspunkte waren als das Land, das man ihnen weggenommen hatte, und das nun die Siedler nutzen konnten.

II.II. DER KAMPF BEGINNT
Siebzehn Jahre nachdem die Pilgerväter das erste Mal das Land betraten brach ein neuer Kampf zwischen den Indianern und den Siedlern aus, der noch blutrünstiger und folgenschwerer war als der Kampf gegen die Algonkin. Dieser Krieg wurde gegen die Pequot-Indianer geführt, die sich nicht aus ihren Jagdgebieten treiben lassen wollten. In einer Serie von rücksichtlosen Überfällen machten die Puritaner ihrer christlichen Religion wieder alle Ehre, indem sie es schafften, innerhalb kürzester Zeit nahezu den gesamten Stamm der Pequot zu vernichten. Ihre Taktik bestand darin ein Dorf zu überfallen, es komplett niederzubrennen, sämtliche Einwohner zu töten und die unglücklichen Überlebenden als Sklaven zu verkaufen.
Doch die Siedler schafften es auch jene Stämme gegen sich aufzubringen, die anfangs noch mit ihnen befreundet waren. Ein berühmtes Beispiel ist der "King-Philips-Krieg". Die Engländer, die zu diesem Zeitpunkt schon auf eine vollständige Unterwerfung der Indianer bestanden, forderten von Metacomet, von den Siedlern auch "King Philip" genannt, einem jungen Häuptling der Wampanoags (vom Stamme der Algonkin) auch einen hohen jährlichen Tribut an die Kolonie. Daraufhin beschloss Philip zu kämpfen! Dabei wurde er von den mächtigen Narrangansetts unterstützt. 1675 (Man bedenke: kaum ein halbes Jahrhundert war vergangen und die Siedler befanden sich schon mitten im Krieg mit den Indianern!) begann Philip systematisch die Städte und Dörfer Neuenglands anzugreifen. Dabei stellte er sich als äusserst geschickter Heerführer heraus. Innerhalb nur einen Jahres hatte er die Hälfte aller Siedlungen überfallen und gut ein Dutzend völlig ausgelöscht. Die Rache der Engländer war erbarmungslos: die Indianerdörfer wurden überfallen - Männer, Frauen und Kinder getötet. Drei Jahre später, 1678, war der Krieg für Metacomet und seine Krieger verloren. Er wurde getötet, seine Frau und sein einziger Sohn als Sklaven verkauft.
Der Ausgang des Krieges war unvermeidlich. Zu jener Zeit waren die Siedler bereits so zahlreich, daß sie auf jeden Indianer vier Kolonisten kamen. Außerdem sahen sich die Ureinwohner mit ihren Bögen und Tomahawks den viel stärkeren Schußwaffen der Engländer gegenüber. Diese Überlegenheit ließ auch dem tapfersten Stamm kaum eine realistische Siegeschance. Hinzu kam, daß der Strom der Einwanderer nicht abriss. Schier unerschöpflich schien der Nachschub an Siedlern, Waffen und Soldaten, der die Indianer sichtlich zermürbte.

II.III. DER NEUE FEIND: DIE VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
Der Unabhängigkeitskrieg und sein Ausgang stellen eine bedeutende Wendung in der Geschichte der Indianer dar und besiegeln gleichzeitig ihren Untergang. Während England in Amerika 'nur' eine Kolonie gesehen hat, die begrenzt ausgedehnt werden sollte - sahen sich nun die Indianer plötzlich den enthusiastischen Bürgern der USA gegenüber. Und die hatten mit ihrer hart erkämpften Unabhängigkeit und der stolz verkündeten Unabhängigkeitserklärung, in der sie die Bedeutung von Leben, Freiheit und Selbstbestimmung so lautstark proklamierten, nichts Besseres zu tun, als frohen Muts gen Westen aufzubrechen und gleich in den ersten Jahren ihrer Existens sich selbst Lügen zu strafen, indem sie genau das taten, wogegen sie eigentlich gekämpft hatten: nämlich ganze Völker zu unterdrücken, zu bevormunden und schlielich zu sogar vernichten! Den Krieg gegen die USA hatten die Engländer also verloren, obwohl, neben einer bedeutenden Streitmacht aus anderen europäischen Ländern, auch Indianer gegen die Kolonisten gekämpft hatten. Zur Zeit des Unabhänigkeitskrieges befanden sich bereits annähernd 3 Millionen Weiße in den Kolonien (dreimal soviel wie Indianer zu Kolumbus' Zeiten auf dem gesamten amerikanischen Kontinent!), und für diese Siedler wurde Raum benötigt. Die Indianer, die auch noch in diesem Land lebten, standen der jungen Nation dabei jedoch nur im Weg und wurden rücksichtslos vertrieben. Die Indianer waren jedoch ein zu stolzes Volk, als daß sie dies widerstandslos über sich ergehen hätten lassen.
Um 1810 begann der letzte organisierte Widerstand der Indianer östlich des Mississippi. Er wurde geführt von einem jungen Shawnee-Häuptling mit Namen Tecumseh (der sich zum Sprung duckende Berglöwe). Sein Traum war der eines großen vereinigten Volkes. Mit diesem wollte er die weißen Siedler vertreiben und den Indianern die Freiheit wiedergeben. Zusammen mit seinem Bruder Tenskwatawa ("Offene Tür") versammelte er um sich eine Schar junger Krieger und warb bei sämtlichen Indianerstämmen um Unterstützung. Als er gerade wieder abwesend war, wurden seine Krieger jedoch am 7. November 1811 bei Tippecanoe, Tecumsehs Hauptstadt am gleichnamigen Fluß, von einer Truppe der amerikanischen Armee unter Gerenal William H. Harrison völlig aufgerieben. Die Armee der Indianer zerfiel in isolierte Gruppen, die nur noch vereinzelt Widerstand leisteten. General Harrison wurde später zum Präsidenten der USA gewählt.
Es folgte eine regelrechte Flut von Siedlern, die nun, nachdem die Indianer des Nordwestens entweder getötet oder in Reservate getrieben worden waren, in den mittleren Westen strömten. Einen letzten Versuch, sein Land zu retten unternahm der alte Sauks-Häuptling Black Hawk. Um 1832 führte er sein Volk auf den Kriegspfad und wurde kurz darauf vernichtend geschlagen. Damit war das Land vollständig in die Hände der USA gefallen.

II.IV. DIE VERTREIBUNG DER STÄMME DES SÜDOSTENS
Obwohl einige Indianer versuchten sich dem Lebensstil der Weißen anzupassen, Landwirtschaft betrieben und sogar Plantagen mit Sklaven besaßen, erging es dem Großteil der Indianer des Südostens ähnlich wie denen des Nordostens. Der Landhunger der Siedler war nahezu unersättlich und so wurden die Indianer immer weiter zurückgetrieben und immer mehr fettes Weide-land ging an die Weißen verloren.
Doch endlich schien ein Ende des Landraubs absehbar: Die amerikanische Regierung versprach 1783 in einem Vertrag mit den Cherokesen, die Grenzen des Indianergebiets für immer (eines der Lieblingswärter der Regierung) zu garantieren, wenn die Indianer im Gegenzug bestimmte Landstriche an die USA abträten. Nachdem die Vereinigten Staaten diese Landstriche besaßen, sahen sie natürlich keinen Grund mehr sich an den Vertrag zu halten. Die Folge war, daß abermals eine Flut von Einwanderern das Land der Indianer überschwemmte. Um ihnen das Land wieder abzujagen schlossen sich viele Rothäute - vor allem Krieger vom Stamm der Creek - im Krieg von 1812 zwischen den USA und der britischen Krone den Engländern an. Diese Krieger wurden als "Rote Pfähle" bekannt, weil sie als Zeichen ihrer Kriegserklärung in der Mitte ihrer Dörfer rote Pfähle errichteten. Die "Roten Pfähle" vernichteten große Teile des Südens und töteten in Fort Mims nahezu alle weißen Siedler.
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Auch dieser Krieg ging für die Engländer und somit auch für die Indianer verloren. General Andrew Jackson, der als grimmiger Indianerhasser bekannt war, besiegte die Briten bei der Schlacht von New Orleans endgültig. Dann wandte er sich den "Roten Pfählen" zu. Diese mußten, um einer totalen Vernichtung zu entgehen, nach einer Niederlage ins nördliche Florida ziehen. Dieses, damals spanische Gebiet, war lange Zeit Zufluchtsstätte für verstreute Gruppen von Creek-, Hitchiti-, Yuchi- und Yamasee-Indianern. Dort schlossen sie sich zu einem neuen Stamm, den Seminolen zusammen. Seminolen bedeutet "die Vertriebenen". Nachdem sie beschlossen hatten, nicht weiter zurückzuweichen, erklärten sie den USA den Krieg.
Der Seminolenkrieg, der von 1835 bis 1842 tobte, war einer härtesten aber für die Indianer auch einer der ruhmreichsten Kriege. Obwohl er schon zu Beginn verloren schien (1500 Rothäute, ausgerüstet mit Pfeil und Bogen, Lanze und Blasrohr, standen einer Armee aus 20 000 modern bewaffneten und mit Artillerie ausgerüsteten Soldaten entgegen) , hielten sich die Indianer erstaunlich gut. Dies war vor allem ihrem Anführer Osceola (aufgehende Sonne) zu verdanken. Im Verlauf des Krieges verloren die Amerikaner 1500 Mann, was die Verluste der Indianer bei weitem übersteigt (eine peinliche Tatsache in Anbetracht der Überlegenheit der amerikanischen Armee). Tatsächlich konnten die USA den Krieg nur durch eine hinterhältige List gewinnen. Als nämlich Osceola unter dem Schutz der weißen Flagge zu verabredeten Friedensverhandlungen zum Feind kam, wurde er gegen jedes Recht gefangengenommen und ins Gefängnis geworfen. Dort starb er am 30. Januar 1838. 18 Städte und Dörfer in den USA tragen heute den Namen dieses grosses Kriegers.
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Die Seminolen kämpften zwar weiter, konnten aber nach dem Verlust ihres Führers keine Erfolge mehr aufweisen. Sie wurden immer tiefer in die Everglades getrieben und schließlich überwältigt. Der Großteil der Indianer wurde in Reservate verfrachtet und nur einem geringen Teil wurde gestattet dort zu bleiben.
Die Niederschlagung des Seminolenaufstandes hatte eine neue Einwanderungswelle in die Gebiete östlich des Mississippi zur Folge. Da das Land für die Weißen langsam knapp wurde, startete man Hetzkampagnen gegen die Indianer und forderte, sie aus dem gesamten Südwesten zu vertreiben um sie westlich des Mississippi anzusiedeln. Nachdem Andrew Jackson, der schon die "Roten Pfähle" vernichtet hatte, im Jahre 1828 zum Präsidenten der USA gewählt worden war, wurde die Hetze von der Regierung übernommen. Zwei Jahre später trat das vom Kongreß beschlossene "Indianersiedlungsgesetz" in Kraft, das den Indianern das gesamte Land östlich des Mississippi absprach. Dafür wurde ihnen das Land im Westen zugesichert. Obwohl sich viele Stämme widersetzten, war auch dieser Aufstand zum Scheitern verurteilt. Schließlich machten sich die Stämme auf den langen Weg nach Westen. Und weil über 4000 Männer, Frauen und Kinder auf diesem Marsch starben, nannte man ihn den "Weg der Tränen". Als Ersatz für ihre bisherige Heimat wurde ihnen von Präsident Jackson die unfruchtbaren Prärien zugewiesen. Das Recht auf dieses Gebiet sollte laut dem Präsidenten der USA solange gelten, "solange die Ströme fließen und das Gras wächst". Nun, scheinbar hörten die Ströme plötzlich auf zu fließen und das Gras auf zu wachsen, denn der Vertrag, in dem zugesichert wurde, daß keines dieser Gebiete jemals von einem Staat der USA eingenommen würde, wurde 1890 gebrochen, als auch Oklahoma Territorium der USA wurde und 1907 der 46. Staat der Union.

II.V. DIE ERORBERUNG DER PRÄRIE
Die ersten Weißen, die sich in das Gebiet jenseits des Mississippi wagten, waren Waldläufer, Trapper auf der Jagd nach Pelztieren, die um diese Zeit im Osten sehr beliebt waren. Im Allgemeinen kamen sie mit den Indianern gut zurecht. Sie über-nahmen ihre Sitten und Gebräuche und heirateten auch Indianerfrauen. Sie bildeten keine Gefahr für die Lebensweise des Stammes. Doch in den zwei Jahrzehnten vor dem Sezessionskrieg (1861-65), wurden auch diese Gebiete von Einwanderern überflutet. Kalifornien und Oregon waren Staaten der Union geworden und so strebten die einen zu den Goldfeldern Kaliforniens und die anderen zu den reichen Ackerland im Williamette-Tal in Oregon. Die Prärie selbst hielt man damals für die Ansiedlung von Weißen für ungeeignet und jeder war darauf bedacht, sie möglichst schnell zu durchqueren.
Die Indianer, die Anfangs zwar wütend aber tatenlos zugesehen hatten, wie die Siedler durch das ihnen versprochene Land zogen, mußten abermals das Kriegsbeil ausgraben, als die Zahl der Einwanderer so enorm wurde, daß selbst die Bisons nicht mehr auf den gewohnten Pfaden durch die Prärie zogen und die Jagdgründe der Indianer zerstört wurden. Also beschlossen sie im Gegenzug ein paar weiße in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Der Regierung kam dies natürlich sehr gelegen. Nun hatte sie einen Vorwand eine Reihe von militärischen Forts quer durch das Indianerland zu bauen. Nun wurde aus vereinzelten Kämpfen ein vernichtender Krieg.
Während also im Osten der Bürgerkrieg tobte, kam es zu der Unterzeichnung von zwei Verträgen, die den Untergang der Indianer der Prärie besiegelten. Diese Gesetze wurden von Abraham Lincoln unterzeichnet und besagten:
  • Das "Heimstättengesetz": Jeder Amerikaner hat Anspruch auf Ackerland und wird dessen legaler Eigentümer, wenn er es eine Zeitlang bearbeitet hatte.

  • Ein Gesetz, in dem die Regierung Kapital für den Bau einer Eisenbahnlinie bereitstellte, die den Atlantik und den Pazifik verbinden sollte.

Kaum war der Sezessionskrieg vorbei, schlugen die Gesetze bei den Indianern ein wie eine Bombe. Scharenweise drangen nun die Siedler in die Prärie ein, umzäunten Land und bauten an. Die Bisons wurden getötet um Platz für die Rinderherden zu schaffen. Dazu stellte die Eisenbahngesellschaften berufsmäßige Büffelkiller ein (Jäger kann man soetwas nicht mehr nennen!), die vom fahrenden Zug die Tiere zu Tausenden abschlachteten. Der bekannteste von ihnen, Buffalo Bill Cody, schaffte die großartige Leistung, viertausend Tiere in 18 Monaten abzuknallen. Und den Indianern, denen immer mehr die Lebensgrundlage genommen wurde, blieb wiedermal nur ein Ausweg : Kämpfen!
Es gab allerdings auch Kämpfe, die von einzelnen Aufschneidern der amerikanischen Armee proviziert wurden. So kam es zu Zwischenfällen, die unnötig eine beachtliche Anzahl von Menschenleben forderten. Ein Beispiel dafür ist der Fall des Leutants Gratten. Gratten kam gerade von der Mitlitärakademiein West Point und prahlte damit, mit nur zehn Soldaten den ganzen Cheyenne-Stamm und mit 30 alle Indianer aus der Prärie vertreiben zu können. Er brannte dermaßen auf den Kampf, daß er den harmlosesten Grund zum Anlass nahm, um seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Als ein einzelner Sioux eine kranke Kuh tötete, die von ihrem Besitzer schon aufgegeben worden war, witterte er seine Chance. Er ging mit 30 Männern in das Indianerdorf. Dort ging er, nur vom Dolmetscher begleitet hinein. Der Häuptling Wilder Bär sagte ihm jedoch, daß der Indianer nicht zu seinem Stamm gehöre. Er versprach aber den Fall zu klären und bot ein paar gute Pferde als Buße! Wortlos verlies Gratten das Dorf und gab seinen Männern den Feuerbefehl. Der erste Schuss tötete Wilder Bär. Daraufhin stürmten die Indianer aus dem Dorf und griffen die Weissen an. Nach wenigen Minuten waren Gratten und seine Männer tot.
Die Indianer sahen ein, daß die Weißen nicht zu ihren Verträgen standen und rächten sich in blutigen Gemetzeln an den Siedlern. Die Amerikaner ihrerseits beantworteten diese ebenfalls erbarmungslos.
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Doch all ihr Kampfgeist konnte nicht verhindern, daß die Indianer schließlich immer weiter in den Norden und Westen abgetrieben wurden. Im Jahre 1865 wurde aber dann ein Vertrag abgeschlossen, den die Indianer für gut befanden. Er sicherte den Sioux, den Cheyenne und verwandten Stämmen das gesamte Gebiet zwischen den Rocky Mountains, den Black Hills und dem Yellowstone-Fluß zu. Dieses Gebiet hieß "Powder-River-Land". Es beinhaltete die besten Jagdgründe der Prärie. Außerdem galten die Black Hills bei einigen Stämmen als heilig. Aber noch bevor ein Jahr vergangen war fand man in Idaho und Montana Gold. Abermals drangen Schürfer und Spekulanten in das Gebiet ein und abermals anullierte die Regierung des Vertrag. Obwohl die Indianer sich zur Wehr setzten, wurde eine Reihe von Forts durch das Indianerland gebaut. Oglalla-Häuptling Red Cloude überfiel mit einigen Indianern Fort Kearney, wurde aber nach ein paar erfolgreichen Attacken ins Reservat verwiesen. Dort starb einer der berühmtesten indianischen Häuptlinge 1909.
Als man 1874 entgültig den Pulverflußvertrag brach und tausenden Siedlern gestattete in das heilige Land der Black Hills einzudringen, trafen sich in der größten Koalition der Geschichte der Indianer, die großen Häuptlinge zu einem Kriegsrat. Dieser war einberufen worden vom Häuptling und Medizinmann der Hunkpapa-Sioux: Sitting Bull. Er sagte: "Der Weiße Mann will den Krieg, er soll den Krieg haben!" - und Tausende Indianer versammelten sich um ihn.
Im Sommer 1876 zog ein 3000 Mann starkes Herr, das unter dem Befehl von General George Crook stand, in die Berge um Sitting Bulls Krieger zu finden und zu vernichten. Mit von der Partie war Oberst George Custer, der Kommandeur der 7. Kavalleriebrigade. Custer sollte das Versteck Bulls auskundschaften aber auf keinen Fall angreifen. Als der Oberst die Indianer am Little-Big-Horn aufspürte, sah er seine Chance gekommen. Ein Meldereiter wurde zu Crook geschickt; dann blies er zum Angriff. Noch bevor er den Fluß überqueren konnte, war er eingekesselt. Nach einer halben Stunde waren Custer und seine 250 Männer tot.
Obwohl das der größte Sieg der Indianer in ihrer Geschichte war, erkannte Sitting Bull, daß es ein nutzloser Sieg war. Er mußte damit rechnen, daß die Armee den Krieg nun mit aller Härte aufnehmen würde - einen Krieg, der niemals zu gewinnen war. Nicht aus Feigheit, sondern aus dem Wunsch sein Volk zu erhalten, führte er es 1877 über die kanadische Grenze in Sicherheit.
Von nun verloren die Indianer jeden Kampf. Die weißen Siedler hatten die Indianer, die Jahrtausende lang auf dem gewaltigen Kontinent gelebt hatte, in nur knapp 200 Jahren zur Hälfte ausgerottet und zur Hälfte wie wilde Tiere in Reservate gesperrt. Ein trauriges Kapitel amerikanischer Geschichte.

Referat von Roland Schultheiss

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