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Stories

Die Kutsche

von paul.kolb am Samstag 15. September 2012, 08:48
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Die Concord Postkutsche

Das beliebteste Mittel, um in den Westen zu reisen, war die Postkutsche. In vielen Zelluloid- Epen und ganz besonders in John Fords Filmklassiker ´Stagecoach´; der auch die Karriere eines jungen Mannes namens John Wayne in Schwung brachte, wurde dieses Vehikel verherrlicht und romantisiert. Die Postkutsche war Gegenstand zahlloser mehr oder weniger guter Abenteuerfilme. In Wirklichkeit war dieses harte und äusserst massive Gefährt weder romantisch noch komfortabel, auch wenn gegenüber dem Laufen immerhin einige Vorteile besass. Dieses Transportmittel entwickelte sich langsam aus den englischen Kutschwagen, ungefederten offenen Kutschwagen mit Bänken ohne Rückenlehne, die es im 16. Jahrhundert gab. Als sie Amerika erreichten, besassen diese Vehikel jedoch bereits ein Dach.

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Die erste öffentliche Postkutschenlinie auf dem nordamerikanischen Kontinent wurde 1732 eröffnet und fuhr zwischen Burlington und Amboy im heutigem New Jersey 1756 fuhr eine Linie von New York nach Philadelphia, die drei Tage 8 ( 18 Stunden pro Tag! ) brauchte, um Ihr Ziel zu erreichen. Eine Strecke, die die Eisenbahn heute in einer Stunde und fünfzehn Minuten schafft. Die schwere Concord Postkutsche wurde 1827 zuerst von der Abbot Downing Company in Concord , New Hampshire, hergestellt. Sie erfuhr jedoch einen so reissenden Absatz , dass sich auch andere Firmen auf diesen Kutschentyp verlegten.

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Aus Holz und Eisen hergestellt und mit einer "Federung" aus Leder, besass dieses Modell ein Leergewicht von 1 Tonne und kostete 1500 Dollar zu einer Zeit in der diese Summe als ein kleines Vermögen galt. Zum Ausgleich konnten in und auf ihr 18 bis 20 "unglückliche Seelen" befördert werden, begleitet von einem Fahrer und zwei oder drei Männern, die für den Schutz der Passagiere und der Fracht sorgten. Gezogen wurde dieses Monstrum von sechs bis acht Pferden. Das Ticket für eine Fahrt vom Postkutschendepot am Mississippi zu einem Ziel in Kalifornien kostet ungefähr 200 Dollar pro Person.

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Mitte des 19. Jahrhunderts dauerte die Fahrt drei Wochen - wenn nicht Unvorhergesehenes passierte. Eine voll beladene Kutsche legte etwa 13 Kilometer in der Stunde zurück. Alle 20 bis 25 Kilometer mußten die erschöpften Pferde gewechselt werden, und alle 60 oder 80 Kilometer gab es noch eine kleine Pause in einer Etwas komfortableren Postkutschenstation,, wo man aussteigen , essen und trinken ( falls man dazu noch in der Lage war) und anderen menschlichen Bedürfnissen nachkommen konnte. Postkutschen waren im Westen solange im Betrieb, bis sie schließlich 1910 vom Automobil abgelöst wurden. Die reisen mit dem Zug, die im Osten seit den 40er Jahren des 18.Jahrhunderts durchgeführt wurden, waren allerdings mit ihren beheizten Waggons - auch wenn diese voller Rauch und Ruß waren - eine großartige und höchstwillkommende Verbesserung des Fahrgefühls.

Die Postkutschenstationen

Vor der Einrichtung von Postkutschenlinien war es unerläßlich, die Stellen, an denen Raststationen entstehen sollten, auszuwählen. Der betreffende Ort mußte gut zu verteidigen sein. Auch das Vorkommen von genügend Wild spielte bei der Wahl des Platzes eine Rolle. Die Postkutschenlinien befuhren weite Flächen menschenleerer Gebiete, und die Stationen mußten hundertprozentig funktionieren, ehe die erste Kutsche fahren konnte. Das alles verlangte erst einmal beträchtliche Investitionen an Zeit und Geld , bevor die Linie Gewinn abwarf.
Das Personal in den Postkutschenstationen war auf sich allein gestellt und lebte über längere Zeiträume hinweg für gewöhnlich unter rauhen Bedingungen in einer primitiven Umgebung ohne jeglichen Komfort. Die Stationen waren das ganze Jahr über mit ein bis zwei Personen besetzt, die die Pferde betreuen und sie auch schnell ein und ausspannen konnten, wenn eine Kutsche für kurze zeit zum Pferdewechseln hielt.
Die Stationen in den weit abgelegenen Gebieten, meilenweit entfernt von jeder Zivilisation und deren Annehmlichkeiten, waren kaum mehr als roh zusammengezimmerte Hütten. Sie boten Unterkunft (meistens schmutzig ), Erfrischungsgetränke (meistens schlecht ) und essen von unterschiedlicher Qualität. Die Einrichtungen in den Stationen waren selbstgezimmert und zweckmässig. Die Dächer waren häufig mit Gras bewachsen, denn das brannte nicht. Die Böden waren im trockenem Zustand staubig und im nassen schlammig. In den allermeisten Fällen konnten diese Hütten sich gut verteidigen, wenn Gefahr drohte. Das Linienpersonal, das die Stationen betrieb , besaß genügend Waffen zu ihrem Schutz und für die Jagd.

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Sonstige Transportmittel
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